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# Ich bin gerade unplanbar – und was ich jetzt weglasse
- URL: https://davidmachtsachen.de/ich-bin-gerade-unplanbar-und-was-ich-jetzt-weglasse/
- Published: 2026-10-19T07:19:03.000Z
- Updated: 2026-10-19T08:14:06.000Z
- Description: Hat es eigentlich jemand gemerkt? Warum ich meine Wachstumsplanung nach einigen Krankheitswochen umdrehe und dich diesmal um Hilfe bitte.
- Author: David Reiter

Hej, ich muss dir was zeigen: meinen Time-Tracker der letzten neun Wochen.

Bis Ende September sieht er ziemlich nach mir aus, mit Wochen zwischen 42 und 47 Stunden und einem Ausreißer bei knapp 60, als ich mich mit einer Kampagne für Shelfd und dem Start vom Beta-Test vom neuen St. Audio völlig übernommen habe.

Danach kippt das Bild.

![](https://davidmachtsachen.de/content/images/2026/10/Kalender-Gegenu--berstellung-1.png)

Erst 26 Stunden, dann 28, dann 24, und an einem Mittwoch im Oktober hat die App gerade mal 34 Minuten gezählt (sehr untypisch für mich).

Was dazwischen passiert ist, ist schnell erzählt. Erst hat es meine Tochter erwischt (Kita-Eingewöhnung und so), dann die ganze Familie. Irgendwann lagen meine Frau, unsere Tochter und ich gleichzeitig flach.

Dass ich überhaupt dazu komme, diese Zeilen zu schreiben, liegt allein daran, dass es mir wieder vergleichsweise gut geht, ich heute früh vor den beiden wach geworden bin und mich schon mal an die Arbeit gesetzt habe.

Ich bin ehrlich zu einem Frühaufsteher geworden – das hätte ich nie gedacht.

## Eigentlich wäre jetzt meine Zeit gewesen

Dabei hatte ich mir dieses Quartal so schön zurechtgelegt. Der Oktober sollte ganz der neuen Staffel von Mediapreneur.fm gehören, mit sechs Gesprächen, die bis zum 23.10\. im Kasten sein sollten. Ab der nächsten Woche wäre dann alle sieben Tage eine Folge erschienen, jeweils mit Blogpost, und daraus hätten ein Dutzend Posts und sechs Newsletter werden sollen.

Alles andere hatte ich für diese Zeit bewusst auf Minimum gestellt. Der Zeitpunkt war kein Zufall.

Um den Jahreswechsel denken viele Menschen über ihre Prioritäten nach, darunter die Themen Sichtbarkeit und Wachstum. Das ist ungefähr so, wie man sich im Januar vornimmt, endlich wieder Sport zu machen.

Wer in diesen Wochen zu diesen Themen im Kopf ist, wird um Hilfe gefragt. Das hätte meine Zeit sein sollen.

**Aber für diese Woche habe ich meine vier Aufnahmen abgesagt. Überwindung hat mich das keine gekostet, denn die Familie kommt bei mir immer zuerst.**

Mit den Aufnahmen sind aber die Folgen weg, genauso die Posts und die Newsletter. Eben alles, was an dieser Produktionsstrecke hing. Für jemanden, der freiberuflich arbeitet, ist so ein kranker Herbst eigentlich tödlich. Ich will das trotzdem nicht größer machen, als es ist.

Was mich wirklich beschäftigt, ist etwas anderes:

> Ich bin gerade völlig unplanbar geworden, und mit mir alles, was ich mir für meine eigene Sichtbarkeit vorgenommen hatte.

## Bisher kam bei mir zuerst die Zahl

Wenn ich mit Medienschaffenden an ihrem Wachstum arbeite, suchen wir ziemlich früh nach der einen Zahl, die für sie wirklich zählt.

Warum mir das so wichtig ist, habe ich mal hier aufgeschrieben:

[Über Leute, die messen und die Zahlen, die sie wählenDer eine schaut nie in seine Metriken, der andere steht knietief drin. Beide bemessen ihren Erfolg – nur unterschiedlich. Geblieben ist mir die Frage: Woran misst man nun, dass man auf dem richtigen Weg ist?![](https://davidmachtsachen.de/content/images/icon/favicon-0cbe694b-12a3-493b-8ee1-9467bbd7962c.ico)David macht SachenDavid Reiter![](https://davidmachtsachen.de/content/images/thumbnail/Metriken-0811d04c-959a-446e-b320-6dc2a9b30a3d.png)](https://davidmachtsachen.de/uber-leute-die-messen-und-die-zahlen-die-sie-wahlen/)

Für mich selbst hatte ich mir zwei vorgenommen: sechs Folgen ab Ende Oktober und zwei Workshops bis Jahresende. Beides würde ich am liebsten trotzdem unterbekommen. Es ist meine Woche, die nicht mehr dazu passt.

Vor ein paar Tagen bin ich [bei Lucy Werner im sehr lesenswerten Hype-Newsletter](https://www.hypeyourself.com/022-one-ask-your-own-remix/?ref=davidmachtsachen.de) über einen Absatz gestolpert, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht.

Sie hat drei Kinder unter zehn, den Mittwoch hält sie komplett für die Kinder frei, und daneben braucht sie Platz für Arzttermine, Krankheitstage, ihr Französisch und den Hund. Ihr Fazit ist ein einziger Satz:

> „The business needs to work around that life.“

Neu war das für mich nicht. In meinen Workshops gehört genau dieser Gedanke zum Kern, und vermutlich habe ich ihn selbst schon ein Dutzend Mal so ähnlich gesagt. Erwischt hat er mich trotzdem, weil ich ihn bei meinem eigenen Plan just aus den Augen verloren hatte. Da kam erst die Zahl, dann der Plan, und mein Leben sollte sich irgendwie drumherum sortieren.

*Das ging gut, solange das Leben mitgespielt hat.*

Was mich an Lucys Text aber am meisten berührt hat, steht ganz am Anfang: Sie lässt sich nach eigener Aussage genauso von ihrem Wachstum ablenken wie alle anderen. Beim Lesen dachte ich vor allem: Schau, es geht echt allen so. Das hat mir mehr geholfen als jede neue Erkenntnis.

## Was gehalten hat und was nicht

In meiner Rückschau aufs dritte Quartal steht ein Satz, den ich damals ziemlich nüchtern notiert habe:

> „Was ich allein zu Ende bringen konnte, wurde fertig, und was eine Antwort von außen brauchte, blieb liegen.“

Der Herbst hat mir das sehr viel deutlicher gezeigt. Die Aufnahmen brauchten Gäste, also fremde Kalender, und eine Familie, die gesund ist.

Sie sind gekippt.

Die Landingpage für meinen Workshop dagegen brauchte nur mich. Sie stand am Ende sogar einen Tag vor der Deadline, obwohl ich krank war, und ist größtenteils in Stunden entstanden, in denen alle anderen geschlafen haben.

Daraus könnte man jetzt schließen, dass ich künftig ausschließlich plane, was ich allein erledigen kann. Das will ich aber gar nicht. Der Podcast ist ganz bewusst auf Austausch gebaut, weil ich mein eigenes Denken ja schon kenne und mich viel mehr interessiert, was ich noch nicht weiß. Das finde ich in Gesprächen mit Menschen, deren Arbeit mir neu ist. Ganz nebenbei entstehen dort die Blaupausen, die ich brauche, um meinen Teams sagen zu können, was in ihrer Phase gerade angemessen ist.

Ich glaube eher, dass mein Plan nur einen Modus kannte.

Gesammelt wird mit anderen, und dafür braucht es gesunde Wochen und freie Kalender auf beiden Seiten. Geordnet wird allein, und das klappt selbst um fünf Uhr morgens, bevor zuhause jemand aufwacht.

Die letzten drei Wochen waren im Rückblick ein unfreiwilliger Wechsel in diesen zweiten Modus.

Darin ist die Workshop-Seite entstanden, ich habe an den ersten Lernpfaden durch mein Archiv gearbeitet, und jetzt entsteht dieser Text.

Hätte ich das vorher so geplant? Ehrlich gesagt nein. Es stand auf keiner Prio-Liste. Aber ich nehme mir diese Blickrichtung für den nächsten Plan mit.

## Was ich bei meinen Teams sehe

Bei vielen Teams, mit denen ich arbeite, ist die Woche eh schon voll, bevor überhaupt irgendein neuer Plan entstehen kann. Sie sind vom Alltag längst so erschlagen, dass für Experimente schlicht kein Platz mehr bleibt.

Ich sage ihnen dann manchmal, auch ein bisschen zur Beruhigung, dass viele der Dinge, die ihren Kalender zukleistern, ihre Wirkung längst verbraucht haben. Irgendwann dankt es dir niemand mehr, dass dein Newsletter jede Woche wie ein Uhrwerk rausgeht. Er ist zur Gewohnheit geworden, für dich genauso wie für alle, die ihn lesen.

Solange daraus weiterhin Menschen kaufen, ist das völlig in Ordnung. Wenn die Liste aber nicht mehr wächst, weil keine Zeit bleibt, neue Leute ins eigene Ökosystem zu holen, hilft auch der schönste Verteiler nicht weiter. Am stärksten drückt der Schmerz nämlich ganz am Anfang, wenn dich jemand gerade erst entdeckt hat, und dieses Fenster wird mit jedem Monat kleiner.

Deshalb fangen wir im Workshop fast immer beim Weglassen an, bevor wir über irgendetwas Neues reden. Susanne Laser hatte es nach einer Session so zusammengefasst:

> „Ich habe verstanden, dass ich viel weniger neues Marketingmaterial produzieren muss.“

Was danach mit ihrem Podcast passiert ist, kannst du dir hier ansehen:

![](https://davidmachtsachen.de/content/images/2026/10/Workshop-Ergebnis.png)

☝️ Auf Klick kommst du hierüber zum Wachstumsplan-Workshop

## Was ich selbst weggelassen habe

Bei mir war es Social. Auf Instagram gibt es seit Mitte 2025 keinen neuen Post mehr, und inzwischen ruht auch LinkedIn schon wieder seit ein paar Wochen (obwohl das eigentlich mein wichtigster Kanal ist).

Das war eiskaltes Priorisieren, und gemerkt hat wahrscheinlich eh keiner. Meine These ist, dass schlicht niemand die ganze Zeit an einen denkt. Da will ich auch gar nicht hin.

Mir reicht es, im Kopf zu sein, sobald jemand über Wachstum nachdenkt. Natürlich könnte ich dafür mehr tun, als ich gerade tue. Das stimmt immer. Für mein eigenes Wohlbefinden habe ich hier aber bewusst Abstriche in Kauf genommen.

## Niemand muss das allein sortieren

Wenn das hier so klingt, als hätte ich das alles im Griff: habe ich nicht. Mir fällt das genauso schwer wie den Teams, mit denen ich arbeite, und ich habe auch nicht immer gleich die passende Antwort, schon gar nicht für mich selbst. Was mir in solchen Phasen am meisten hilft, ist jemand, der von außen auf meine Lage schaut.

Gerade bin ich zum Beispiel selbst in [Katos Working-in-Public-Club](https://steady.page/de/bfy/about?ref=davidmachtsachen.de). Dort übe ich, mit offener Werkstatttür zu arbeiten, also meine Arbeit zu zeigen, solange sie noch entsteht. Dieser Text ist ein Versuch davon.

Genau diesen Blick von außen will ich mit dem Wachstumsplan geben. Wir fangen dort ganz vorne an, bei deiner Woche: Wie viel Zeit hast du wirklich, was ist gesetzt, was soll bleiben? Und was passiert mit dem Plan, wenn drei Wochen einfach wegbrechen? Erst danach suchen wir die eine Zahl, die für dich gerade zählt. Wie das abläuft, steht hier:

[Dein Wachstumsplan-Workshop„Ich habe verstanden, dass ich viel weniger neues Marketingmaterial produzieren muss.“ — Susanne Laser · 🎧 Verbittert talentlos Mehr Publikum, weniger Druck. Susanne kam an ihrem Zeitlimit zu mir. Was danach passiert ist, siehst du in den Kurven oben. So ein Sprung ist auch für dein Medienprojekt drin, ob Podcast, Newsletter, Video oder![](https://davidmachtsachen.de/content/images/icon/favicon-44359af6-f765-4252-9e6d-cc38a667e6b2.ico)DavidReiter.deDavid Reiter![](https://davidmachtsachen.de/content/images/thumbnail/publication-cover-85b0bc75-45fd-4dc7-a6a2-24d9bb75be84.jpg)](https://davidreiter.de/wachstumsplan/?ref=davidmachtsachen.de)

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Lucy schreibt am Ende ihres Textes übrigens, dass wir viel zu selten um das bitten, was wir eigentlich brauchen. Also versuche ich es mal: Ich suche bis Jahresende noch zwei Teams für einen Wachstumsplan. Wenn dir dabei jemand einfällt, schick ihm oder ihr diesen Text oder meine Seite zum Workshop gern weiter.

Und wie ist das bei dir?

> Was hast du zuletzt weggelassen, und hat es irgendjemand gemerkt?

Antworte mir einfach auf diese Mail.

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David